Bereits am Freitag fuhren Chef und Rene D. nach Hamburg. Vorm Einchecken ins Hotel ging es auf die Marathonmesse, um entspannt die Unterlagen zu holen. Sebastian gab hier seinen Beutel mit alten Schuhen ab. Im Vergleich zu Berlin, war es eine eher entspannte Geschichte. Kein Massen, kein Anstehen. Eher klein, aber fein, was vermutlich Samstag anders aussah. Die Erdinger Lounge durfte natürlich nicht fehlen und so ließen sie es sich als Mitglieder im Erdinger Active Team erstmal schmecken. Nach einer Runde über die Aussteller ging es durch Planten und Blomen, einem vielfältigem Park in zentraler Lage. Das A&O Hostel City war ausreichend, wenn auch nicht gerade billig. Aber in Anbetracht der Preise in der Umgebung noch fast günstig. Zum schlafen hat es gereicht und das Frühstück war ok.
Nach dem Frühstück war Frühsport angesagt. Beine lockern und Klamotten anschwitzen. 3,33km mussten dafür reichen. Eine windige Runde um den Häuserblock und Haken dran.
Die S und U Bahn Berliner Tor war 5 Gehminuten entfernt und so ging es frisch geduscht mit der Bahn zum Stadtbummel. Mit Ausstieg an den Landungsbrücken ging es vorbei am Museumsschiff Rickmer Rickmers, einem dreimastigen stählernen Frachtsegelschiff, weiter zur Elbphilharmonie. Mit geplanten 77 Millionen kostete das 110m hohe Wahrzeichen Hamburgs am Ende 866 Mio EURO. Ein Schnäppchen für ein Konzerthaus. Die Einfahrt mit den Rolltreppen war kostenlos. Eine Runde auf der Plaza war mit dabei, aber ein Blick in die Konzertsäle war nicht gestattet.
Sebastian, unsere Reiseführer, brachte uns danach zum Bismarck-Denkmal. Im Alten Elbpark erinnert es an den ersten deutschen Reichskanzler. Vom Hafen aus gut sichtbar zeigt es Bismarck als hanseatischen Roland, ein Symbol städtischer Freiheit. Es steht mit 34,3m Höhe und aus Granitblöcken bestehend unter Denkmalschutz. Nach Geschichte stand Kultur auf dem Plan. Ein kurzer Besuch im Michel und es ging direkt auf die Reeperbahn. Das obligatorische Foto vor der Davidwache durfte ebenso wenig fehlen, wie die Currywurst mit Fritten und einem gepflegten Astra Urtyp.
Wer von der Reeperbahn rechts abbiegt gelangt nach wenigen Schritten an einen Abgrund. Hamburger Berg Nr 2 lautet die Adresse. "Der Goldene Handschuh". Heinz Strunk lädt in seinem gleichnamigen Buch die Leser ein, in dies Abgrund hinabzuschauen.
Auf den Spuren von Fritz Honka lehnten wir, so wie bereits im Schaufenster angepriesen, "ficken und lecken für je 2,50€" ab und blieben beim Astra. Die Kiezkneipe mit Tradition auf sich wirken lassend, gab es direkt noch eine Runde in der Raucherkneipe ab 18 Jahren. Kronkorken, Kippenstummel, Bierdeckel ... was auch immer, auf dem Boden ist Platz. Einfach fallenlassen, das Flair aufsaugen und die Stimmung genießen.
Die Kneipe ist in vierter Generation Eigentum der ehemaligen Boxerfamilie um Herbert Nürnberger, daher der Name und die goldenen Handschuhe im Inneren.
"Es verkehren im Handschuh aber nicht nur schuldbeladene Säufer, vom Kokain zerfressene Luden und englische Krawall-Matrosen, sondern auch - das macht den Großteil aller hiesigen Verhängnisse aus - Frauen. Weiter hinten tummeln sich "am Tisch bei der Jukebox ein paar Säberalmas", klägliche Frauenbilder, die um "Verblendschnaps" betteln."
So beschreibt es Strunk in seinem Buch.
Danach ging es nochmal den Alten Elbtunnel abwandern. Die Treppe runter, einmal 426,5m rüber und wieder zurück im für Auto mittlerweile gesperrten Tunnel. Über den Lastenaufzug ging es wieder hoch. Am Abend gab es eine kräftige Nudelstärkung beim Italiener des Vertrauens.
Der Wecker klingelte zeitig. Der Start für den Marathon war bereits 8:30 Uhr in Wellen an der Messe. Mit ausreichend Zeitpuffer kamen wir im Start/Zielbereich an. Die Beutelabgabe bei Erdinger gestaltete sich da schwieriger. Einerseits zu viele Mitglieder auf zu engem Raum, anderseits müssen Bauzäune, welche Gepäckbeutel tragen sollen zwingend auf Standfüßen arretiert werden, sonst kippen sie unter der Last.
Rene startete mit Verzögerung in Block E. Mit geplanter Zeit um die 3:45h lief es nach anfänglichem Zwischenstopp zum Schuh richten dann widererwartend gut. Das Tempo pegelte sich bei idealen Wetterbedingungen um 5min/km ein, was auch bis zum Schluss hielt. Der letzte Kilometer war dann auch der schnellste, auch wenn es hier nochmal bergauf ging. Der Zieleinlauf für seinen 63. Marathon ging über den roten Teppich und am Ende stand eine 3:32:42h auf der Urkunde.
Sebastian, mit brachialem Trainingsfleiß lief bis Kilometer 30. Dann wurden die Körner, wo auch immer sie für 30km herkommen, weniger und es kamen gelegentliche Gehpausen dazu. Sein angepeiltes Ziel unter 5h verfehlte er mit 5:01:20h denkbar knapp. 18. Marathon in der Tasche.
Die Bedingungen für den Marathon konnten besser nicht sein. Kein Wind, Temperaturen mit Sonne um die 10 Grad. Etwas welliges Profil. Dafür aber zigtausende anfeuernde Zuschauer entlang der gesamten Strecke
Nach einem gemütlichen Abendausklang ging es am Montag entspannt zurück.
Hamburg (m)eine Perle - DANKE, es war mega !